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Entstehung der verschiedenen Schreibweisen
Hörensagen
Die Ursache für die unterschiedlichen Schreibweisen des Namens der selben Person liegt meist darin, dass die Schreiber in der Regel die Namen nach dem "Hörensagen" in die Urkunden, Kirchen- und Ratsbücher eingetragen haben.
Erst 1902 gab es eine verbindliche Rechtschreibung im deutschen Sprachraum.
Kurrentschrift
Die deutsche Kurrentschrift (lateinisch currere "laufen") ist eine Schreibschrift.
Sie war etwa seit Beginn des 16 Jhdts. bis in die Mitte des 20.Jhdts. (Schweiz bis Anfang des 20.Jhdts.) die
allgemeine Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum.
Diese Handschrift birgt auch die Möglichkeit der
Verwechslung von einzelnen Buchstaben in sich.
Buchstabenverbund
Eine Ligatur (Buchstabenverbund) bezeichnet in der Typografie die
Verschmelzung zweier oder mehrerer Buchstaben.
Übergang vom langen s und dem runden s zum scharfen ß
Übergang vom langen s und dem z zum scharfen ß
Auch dieser Buchstabenverbund birgt die Möglichkeit der
Verwechslung von einzelnen Buchstaben tz - sz - ß
Verdoppelungszeichen
Das h-förmige Zeichen das in der Schreibschrift, aber auch in älteren Druckschriften vor dem s steht ist kein h oder langes s, sondern das
alte Duplikationszeichen der Kurrentschrift.
Das Duplikationszeichen konnte auch vor dem m, n und l verwendet werden.
Später ist dieses Zeichen in Vergessenheit geraten, was zu vielen falschen Buchstaben Deutungen geführt hat.
Geschrieben wurde z.B. Johann Strauhs anstelle von Strauss, Weihs anstelle von Weiss, Muhm anstelle von Mumm oder Niehsner anstelle von Niessner.
Regeln
Erst in der 2.Hälfte des 19.Jhdts. gab es Bestrebungen im deutschen Sprachraum eine gemeinsame Rechtschreibung einzuführen.
Deutschland
Schreibweise - 1880
Scharfes s nach kurzem Vokal = 2 lange s - II oder ein langes und ein rundes s - Is
Scharfes s nach langem Vokal = ß
Österreich
Von 1879 bis 1902 wurde das ß durch das ss ersetzt.
In dieser Zeit gibt es die ersten schriftlichen Aufzeichnungen mit dem Doppel s für den Familiennamen.
1902 einigten sich schließlich Deutschland, Österreich und die Schweiz auf eine verbindliche gemeinsame Rechtschreibung.
Kalligrafie - Schönschrift
Rundes s am Wortanfang und Wortende.
Langes s im Wortinneren.
Abwechslung im Schriftbild
Zusammenfassung
So könnte bei Susanna das Verdoppelungszeichen von 1923 zum falschen Buchstaben h geworden sein.
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